Herbst » Hege Gustava Tjønn
02/02/2015

Herbst

Der Herbst war herrlich.
Nach einigen Monaten wegen der Arbeit auf Reisen habe ich die Zeit zu Hause in vollen Zügen genossen.
Haus und Familie pflegen zu dürfen, die Veränderungen im Garten verfolgen, Freunde sehen und Projekte weiterführen – die Zeit wurde mir nicht zu lang!

Kleine Aufträge mit reichlich Vorbereitungszeit annehmen zu können, ist ein Luxus.
In Stockholm sang ich mit Pär-Håkan Precht Arien und Duette von Verdi (Traviata) und Puccini (La Boheme) auf der großen Parkbühne in Kungsträdgården neben der Oper. Hinter uns riesige Bilder von unseren Idolen Jussi Björling und Birgit Nilsson. Herrliche Sonne und ein begeistertes Publikum strahlten uns entgegen. Ein Erlebnis!
Natürlich habe ich dabei auch Freunde gesehen, ausgiebige Bootsfahrten unternommen, Schweden genossen.
Es ist wirklich schade, daß unsere Traviata-Produktion durch den Wasserschaden ins Wasser fiel. Möge die “Folkoperan” den Schaden gut verkraften.

Meine nächste Aufgabe war ein Galaprogramm in Oslo, Arien aus Oper und Operette. Ich habe die Gelegenheit genutzt und die große Arie aus Charpentiers “Louise” gesungen, die ich viele Jahre kenne, aber lange nicht präsentieren wollte. Sie ist gut gelungen. Meine Stimme entwickelt sich und wird reicher, wärmer, und ich finde, ich kann jetzt ein weiteres Repertoire anbieten. Agathe (“Freischütz”) und Arabella gehören dazu, vielleicht auch Tatjana in “Onegin” und Lisa in “Spar Dame”.
Vor Allem aber arbeitete ich den ganzen Herbst mit meiner wundervollen Gesangslehrerin Frau Professor Kjellaug Tesaker (Mozarteum) an der Rolle der Marguerite in Faust von Gounod. Das ist meine nächste, schöne Herausforderung. Die Rolle braucht Wärme und Tragfähigkeit in der Tiefe sowie strahlende Höhe und Koloraturen. Ab März proben wir am Tiroler Landestheater in Innsbruck!

Für Kirchenmusik war auch endlich einmal Zeit. Mozarts Krönungsmesse habe ich im Schloß Petronell in Carnuntum gesungen, mit dem wirklich beeindruckendem ungarischen Camerata Pro Musica Kammerorchesters Szombathely geleitet von Andrea Linsbauer. Wie freut es mich, Mozart zu singen! Wie glücklich bin ich, wenn ich mit Chor und Orchester lobsingen darf! Schloß Petronell war ein wunderschöner Ort dafür. Gut tat das.
Ich habe zu Ehren des Dirigenten des Dornbacher Orchestervereins Lieder von Schubert und J. Strauß in einer Bearbeitung für Violinen und Fagott von Prof.G.Last gesungen. Die Überraschung war gelungen und kam gut an. Wie immer habe ich mich gefreut, kammermusikalisch zu arbeiten.

Das große Jubiläumskonzert in Oslo war ein schöner Erfolg für alle Beteiligten. Ich sang Sophie und Gilda und merkte wohl, daß sie anders klingen wollen als Marguerite – und doch wieder nicht so sehr. Schön ist es zu spüren, daß die Höhe überhaupt nicht beeinträchtigt ist von der vielen Arbeit in der tieferen Lage der Marguerite, sondern frei und unbeschwert wie bisher anklingt. Ich habe mich in Oslo sehr willkommen gefühlt und anerkannt für meine Arbeit, bin sogar mit einem Interview im Festband der Opernhochschule repräsentiert, was mir eine Ehre ist.

Die Arbeit mit Liedern ist eine immer neu beglückende.
Mit dem Bariton Georg Lehner bereite ich einen Liederabend vor. Zentral im Programm werden Duette von Robert Schumann sein. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und hoffen, ein schönes und beeindruckendes Konzert zusammenzustellen, das wir oft singen werden.
Wer gerade einen Liederabend braucht, der melde sich!


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