September » 2014 » Hege Gustava Tjønn
09/16/2014

Long time…

… no blog.

Jetzt habe ich schon lange nichts mehr geschrieben.

Ich war in Schweden, in Malmö wieder. Eine wirklich schöne Stadt am Meer, mit Promenade und Holzbadehaus und modern bebautem Hafen, entzückendem Altstadt und ein tolles Theater. Ein riesiges Opernhaus, voll freundlichen Menschen und schöner Arbeit. Letztes Jahr sang ich dort die Königin der Nacht, heuer habe ich Musetta in “La Bohème” gegeben, im Käfig tanzend in kurzkurzem Kleid aus drachengrünen Pailletten und Leopard-Pfuschpelz. (Ja, genau: Pfusch, wie nicht echt; eben nicht Fuchs.) Mit herrlichen Kollegen und inspirierendem Leading Team. Die Schweden sind sozial und kollegial, man bekommt eine schöne Wohnung mit Platz für die Familie und darf sich wie zu Hause fühlen, obzwar weit von zu Hause entfernt. Von Februar bis Juni durfte ich immer wieder in Malmö Puccini singen.

Heuer stehe ich seit 20 Jahren professionell auf der Bühne! Als ich zum Opernstudium aufgenommen wurde, nahm man zehn Studenten jedes dritte Jahr an. Eine große Ehre. Alle Zehn von damals singen noch heute, einige unterrichten, eine singt am meisten Musicals, einige sind bei der Staatsoper in Oslo und einige haben im Ausland reüssiert. Wir sammelten uns Ende März und sangen ein Konzert in Oslo, für Freunde, Familie, Fans, frühere ProfessorInnen und alle, die den Weg in Den Gamle Logen gefunden hatte. Es war eine schöne Arbeit, das Programm zu machen, denn jeder sollte die Möglichkeit bekommen, sich zu zeigen: Wie wir waren, wie wir sind und worauf wir im Zukunft hinarbeiten. Es wurde ein variierter Abend und das Publikum war begeistert. Danach haben wir unsere LehrerInnen geehrt und dann ausgelassen gefeiert!

Wieder zu Hause in Wien hatte ich ein paar Wochen frei, bevor die Proben für “Pariser Leben” in den Schlossfestspielen in Langenlois begannen. Ich gab diesmal nicht wie in Baden die Metella, sondern die schwedische Baronin! Das passte ja gut, nun habe ich ja schon zwei Produktionen in Schweden gemacht und spreche mittlerweile ein recht gutes Schwedisch. Man hat für mich die große, schöne Arie hineingenommen/stehengelassen, sodaß die Rolle etwas mehr Substanz bekam, und es war ein schöner Sommerproduktion. Freilicht ist immer spannend! Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter.

Mitte August war Pariser Leben abgespielt und ich sollte die Koffer wieder packen und nach Stockholm fliegen, um dort Violetta in “La Traviata” zu singen. Ich habe mich darauf sehr gefreut! Wir hatten im Mai schon eine Woche zusammen gearbeitet und Regisseurin und Dirigentin gefielen mir beide sehr gut. Leider rief man mich wenige Tage vor der Abreise an und teilte mir mit, daß ich nicht mehr zu kommen brauchte, denn die Volksoper in Stockholm wurde dermaßen beschädigt durch Wasser, daß das Gebäude unbenutzbar ist. Es ist eine Katastrophe, denn das Haus ist quasi selbsterhaltend und bekommt sehr wenig Subvention. Die Versicherung macht Schwierigkeiten und am Ende musste man einige Verträge auflösen. Folkoperan muss sehen, das sie als Kompanie überleben kann. Ich wünsche ihnen dabei viel Glück!

Nun, so habe ich Zeit, zu Hause zu sein und zu genießen, daß ich Mutter und Gattin bin. Dazu hatte ich heuer bisher nicht wirklich viel Gelegenheit. Ein paar Konzerte habe ich geplant, unter Anderem darf ich beim Konzert anlässlich der 50 Jahre Feier der Opernhochschule Norwegens in Oslo am 7.12.14 als eine der ehemaligen Studentinnen aus dem “Rosenkavalier” und “Rigoletto” singen.

Und sobald der Vertrag unterzeichnet ist, verrate ich meine Pläne für das Frühjahr!

Alles Liebe!



Hege Gustava Tjønn

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